Microsoft und OpenAI haben den Vertrag neu geschrieben, der ihre Beziehung seit 2019 geprägt hat — eine Restrukturierung, die die Exklusivitätsbindungen zwischen den beiden Unternehmen erheblich lockert.
Was sich änderte
Unter der geänderten Vereinbarung: Microsoft beendet seine Azure-Umsatzbeteiligungszahlungen an OpenAI. OpenAI zahlt Microsoft weiterhin eine Umsatzbeteiligung bis 2030, begrenzt auf einen Gesamtbetrag, den keine Partei offengelegt hat. OpenAI kann seine Produkte nun in jeder Cloud verkaufen — einschließlich Amazon Web Services und Google Cloud — womit die Exklusivität von 2019 endet. Die berüchtigte «AGI-Klausel», die Microsoft ermöglicht hätte, sich aus Verpflichtungen zurückzuziehen, wenn AGI erreicht erklärt würde, wird entfernt.
Warum es passierte
Anthropics annualisierter Umsatz wuchs von $9B Ende 2024 auf $30B im April 2026 und übertraf damit OpenAI zum ersten Mal. Der Druck verschaffte OpenAI Verhandlungsmacht, um bessere Konditionen zu fordern. OpenAI bereitet sich auch auf einen geplanten Börsengang vor und baut sein Werbegeschäft aus — beides erforderte mehr operative Flexibilität als der alte Vertrag erlaubte.
Warum es wichtig ist
Unternehmenskunden können nun OpenAI-Modelle auf ihrer bestehenden AWS- oder Google-Cloud-Infrastruktur betreiben, ohne über Azure zu gehen — eine bedeutende Verschiebung für Beschaffungs- und Compliance-Teams.